Foto: GTAI-Rheinfoto Europa bleibt wichtig Deutsche Direktinvestitionen* nach Regionen (Bestand 2023, in Millionen Euro) Quelle: Bundesbank * Unmittelbare Direktinvestitionen, etwa durch Gründungen oder substanzielle Beteiligungen, keine mittelbaren Direktinvestitionen, etwa über Unternehmensverflechtungen EU-Länder 919.304 Hauptzielland: Niederlande Afrika 10.315 Hauptzielland: Südafrika Australien/Ozeanien 16.477 Hauptzielland: Australien Nord-, Zentral- und Südamerika 419.432 Hauptzielland: USA Europa außer EU 152.489 Hauptzielland: Großbritannien Asien (ohne Nahen Osten) 175.018 Hauptzielland: China Naher Osten 7.576 Hauptzielland: Vereinigte Arabische Emirate 54 % 0,6 % 0,4 % 25 % 9 % 1 % 10 % Industrieunternehmen, die wachsen wollen, müssen dafür auf internationale Märkte schauen. Welche Standorte attraktiv sind und worauf es bei der Auswahl besonders ankommt, zeigt dieser Überblick berichtet Achim Haug, Bereichsleiter Ostasien bei der Außenwirtschaftsorganisation Germany Trade & Invest (GTAI). „Dann muss dieser Markt auch eine gewisse Stabilität haben, sonst schauen ihn sich kleine und mittlere Unternehmen gar nicht erst an“, sagt er. Instabile politische Rahmenbedingungen, mangelnde Rechtssicherheit oder gar hohe Kriminalität und Terror werten einen Standort stark ab. Es sind Hunderte von Faktoren, die bei einer Standortanalyse zählen – und zwar unterschiedlich stark, je nach Branche, Komplexität und Innovationsgrad des Produkts sowie nach Bedürfnissen des Unternehmens. Für Pharma stehen regulatorische Bedingungen und eine innovationsfreundliche Umgebung im Vordergrund. „Hier können zum Beispiel Deutschland und Irland punkten“, sagt Haug. Für die Basischemie wiederum spielen petrochemische Rohstoffe eine große Rolle: „Das macht die USA, die Golfstaaten und Nordafrika interessant.“ Die Energiepreise entwickeln sich zu einem Top-Kriterium Wie die Unternehmensberatung SimonKucher ermittelte, sind für deutsche energieintensive Unternehmen die Energiepreise der Top-1-Faktor bei der nächsten Standortentscheidung. Außerdem haben die Zuverlässigkeit des Netzanschlusses und die Verfügbarkeit sauberer Energie höchste Priorität. Eine Standortentscheidung, betont Haug, bedarf guter Vorbereitung. Oft ziehen Unternehmen externe Berater hinzu. Die GTAI versorgt die Akteure mit StandortNews. Denn: Aktuelle Konflikte werfen ihre Schatten auf bewährte Standorte. Zugleich entfalten sich anderswo attraktive Optionen, etwa in Osteuropa, Marokko oder Vietnam. Es lohnt sich daher für Unternehmen, den Blick für alternative Standorte zu weiten. Zum Interview mit Achim Haug plus Standortwahl-Checkliste: ACHIM HAUG, GERMANY TRADE & INVEST „ Es gibt nicht den einen perfekten Standort“ T E X T ELKE BIEBER Fachwirt für Außenwirtschaft So geht’s: Lust auf neue Aufgaben? Wer eine kaufmännische Ausbildung und bereits Erfahrung im internationalen Geschäft hat, kann sich zum geprüften Fachwirt für Außenwirtschaft weiterbilden. Je nach Anbieter und Lernform dauert diese Weiterbildung berufsbegleitend etwa zwischen 12 und 18 Monate. Das lernen Sie zum Beispiel: • Außenhandelsgeschäfte anbahnen und abwickeln. • Internationale Lieferketten organisieren. • Sich um die Zollabwicklung kümmern. • Strategien für einen Markteintritt entwickeln. • Teams entwickeln und führen. Das bringt’s: Mit dieser Weiterbildung können Sie zum Beispiel als Fach- und Führungskraft im Import und Export, in Einkauf und Logistik arbeiten. Nicht das Richtige? Es gibt auch andere Weiterbildungen mit internationalem Bezug, zum Beispiel zum Zoll- und Exportkontrollbeauftragten, zum Export-Sachbearbeiter oder in Supply Chain Management. Bundeslandes. Der Bestand der unmittelbaren (das heißt, nicht über Zwischenunternehmen getätigten) Direktinvestitionen der Chemie-, Pharma-, Kunststoff- und Gummiwarenhersteller im Ausland belief sich laut Bundesbank im Jahr 2023 auf rund 22 Milliarden Euro. Der weitaus größte Teil entfiel auf die Chemiesparte. Zum Vergleich: Der Direktinvestitionsbestand des gesamten Verarbeitenden Gewerbes von RheinlandPfalz betrug rund 26 Milliarden Euro. Zentral für die Standortwahl: Marktgröße und Stabilität Große und zugängliche Märkte sind ein Hauptkriterium für die Standortwahl, Im Ausland investieren? Wo am meisten investiert wird: Karriere TIPP Jüngst sagte der World Economic Outlook für die USA und China ein Wachstum von 2,4 beziehungsweise 4,5 Prozent voraus. Wer möchte bei solchen Marktchancen nicht dabei sein? Deutsche Unternehmen befinden sich jedenfalls schon lange vor Ort. Die beiden Wirtschaftsgiganten gehören zu den Top-3-Zielländern deutscher Direktinvestitionen, mit den USA an der Spitze und China auf Platz 3 – hinter den Niederlanden. Betrachtet man nicht einzelne Länder, sondern Weltregionen, so liegt die EU für deutsche Unternehmen ganz vorn. Was die Chemie- und Pharmabranche aus Rheinland-Pfalz betrifft, so zählt diese zu den auslandsaktivsten Branchen des 14 e i n s 2 0 2 6 15 STANDORT RHEINLAND-PFALZ INVESTITIONEN IM AUSLAND POLITIK & WIRTSCHAFT
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